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Doping, Druck und Depression

Kategorie:
Selbstmanagement

Geschätzte Leserinnen und Leser

Morgen Freitag ist es soweit, endlich gehen sie los – die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Wir bewundern die harmonischen Bewegungen in Raum und Zeit, sind fasziniert von Duellen, wundern uns über das Scheitern der grossen Favoriten und hoffen gleichzeitig, dass unsere eigenen Athletinnen und Athleten am Tag X die beste Leistung abrufen können. Mehr darf man nicht erwarten am wichtigsten Wettkampf des Jahres. Und wenn alles perfekt klappt, beklatschen wir begeistert die Medaillen. Aber – jede Medaille hat zwei Seiten.

Doping, Druck und Depression war in der letzten Woche ein Thema einer ARD Dokumentation. Darin kamen viele ehemalige Athletinnen und Athleten zu Wort; kurz vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Ein Event der Superklasse – mit tollen Geschichten aber auch Hintergründen, die zu denken geben.

Was kann aus der Dokumentation in das (Wirtschafts)Leben übernommen werden? Unter anderem folgende Fragen:

  • Wie geht man mit dem Thema um?
  • Was heisst Druck und wie geht man damit um?
  • Wie begegnet man dem Thema Depression?
  • Wozu führt Druck oder führt Druck automatisch zu Doping?

Spannende Fragen, welche sich wohl jeder Mensch in höheren Positionen stellen darf und stellen soll! Ich gebe gerne einige persönlich gefärbte Antworten dazu.

Wie geht man mit dem Thema um?

So lange wie möglich verdrängt man es. Das Thema Doping, Druck und Depression findet weder im Sport noch in der Wirtschaft die nötige Aufmerksamkeit. Auch wenn Doping aktuell ja stark im Fokus ist – es ist und bleibt ein Thema, worüber nur schwerlich wasserdichte Informationen zu erhalten sind. Und was passiert, wenn jemand detailliert die Vorgänge beschreibt, weiss Julia Stepanowa seit dem IOC Entscheid zur Teilnahme von russischen Athletinnen und Athleten in Rio leider bestens. Russische Athletinnen und Athleten, welche eine Dopingsperre abgesessen haben, dürfen nicht in Rio starten, weil sie den ethischen Anforderungen des IOC nicht genügen. Athletinnen und Athleten aller anderen Nationen mit demselben Hintergrund aber schon – beispielsweise Tyson Gay. Das ist so etwas von inkonsequent und heuchlerisch, dass es weh tut und man die Ethikanforderungen des IOC an sich selber in Frage stellen kann.

Was heisst Druck und wie geht man damit um?

Druck heisst, den eigenen Anforderungen und den Anforderungen aller anderen im Umfeld zu genügen; ein sehr schwieriger Spagat. Dem ist mit konsequentem Training im physischen und psychischen Bereich zu begegnen. Wenn das nicht reicht, kommen eben Schmerzmittel, Betablocker und anderes mehr zum Einsatz. Der Übergang zum Doping ist fliessend. Da lobe ich mir Roger Federer – er hat allem Druck standgehalten und sich gegen die Olympischen Spiele und für seine Gesundheit entschieden. Da ziehe ich meinen Hut!

Wie begegnet man dem Thema Depression?

Leider auch hier – man verdrängt es in Sport und Wirtschaft. Wer erfolgreich ist hat gefälligst nicht depressiv zu sein. Ein grosser Trugschluss, wie (leider) viele Selbstmordfälle aus Sport und Wirtschaft immer wieder zeigen. Das Thema sollte aktiv im Sinne der Prävention früh ins Bewusstsein von Athletinnen und Athleten, von Managerinnen und Managern gebracht werden, bevor es zu spät ist.

Wozu führt Druck oder führt Druck automatisch zu Doping?

Wenn Christian Schenk, Olympiasieger im Zehnkampf, sagt «Schmerzmittel gehörten zum Standardprogramm beim Essen.» ist das einigermassen alarmierend, entspricht aber wohl den Tatsachen im Spitzensport. Wie oben schon erwähnt, ist der Übergang zu Doping fliessend. Ich lasse mich mal auf die Äste hinaus und sage, dass wohl nirgends so viel «gedopt» wird wie in den Chefetagen der Wirtschaft. Nur dass dort keine Kontrollen stattfinden. So im Sinne von morgens aufputschen und abends herunterfahren mit Hilfe von Pharmazeutika – schliesslich leiste ich ja viel für die Firma.

Seien Sie achtsam beim Thema Doping, Druck und Depression und versuchen Sie, auch im Umfeld mögliche Zeichen zu erkennen, so schwierig das ist! Eine Früherkennung kann vieles ersparen.

Ich wünsche Ihnen tolle Olympische Spiele – wie auch immer Sie diese begleiten werden.

Ihr Peter Regli

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